PC für TANtec-Steuerung einrichten

Systemanforderungen, Windows- und TANtec-Einrichtung

Die Studio-Software stellt nur geringe Anforderungen an das verwendete System, die von den meisten heute erhältlichen Computern erfüllt werden:

Systemanforderungen:

CD-ROM-Laufwerk
Diskettenlaufwerk
Windows 95, 98, ME, NT 4.0, 2000, XP
16 MB RAM, je nach Betriebsystem bis zu 256 MB RAM nötig (Win-XP)
20 MB freier Festplattenplatz
486er CPU oder höher (Pentium empfohlen)
VGA-Grafik mit mindestens 800x600 Pixel und 16-bit Farben.
9 polige Serielle Schnittstelle (COM 1)
Für Automat: ATX-Netzteil mit Power Failure Recovery

Angesichts dieser Systemanforderungen empfehlen wir, beim Kauf eines Computers auf ein besonders schnelles und leistungsfähiges System zu verzichten und statt dessen ein langsameres und zuverlässiges System zu wählen. Die normalerweise angebotenen PCs sind auf extreme Leistungsdaten optimiert und bezahlen das mit einer erhöhten Ausfallquote. Das ist bei einem Spiele-PC akzeptabel, bei der Anwendung als Studiosteuerung sollte jedoch die Zuverlässigkeit im Vordergrund stehen. Aus diesen Gründen setzen wir Siemens-Computer ein.

Das CD-ROM-Laufwerk wird zur Installation der Studio-Software benötigt.

Das Diskettenlaufwerk wird für Updates und Datensicherungen benötigt.

Die Wahl der Windows-Version ist von den vorhandenen Systemkenntnissen abhängig. Wir verwenden noch bevorzugt die DOS-Versionen (98/ ME), da die NT-Versionen (NT 4.0/ Win 2000) für den unerfahrenen Anwender deutlich schwieriger zu verwalten sind und auch erheblich grössere Anforderungen an die Hardware stellen. Windows XP haben wir bisher noch nicht eingesetzt und können daher nicht für eine einwandfreie Funktion derartiger System garantieren.

Bei der Installation werden 130 MB an Bildern auf die Festplatte kopiert, um eine Auswahl von Hintergrundbildern und Bildern von Sonnenbänken zu bieten. Die 20 MB Mindestanforderung beziehen sich auf ein fertig eingerichtetes System, bei dem die überflüssigen Bilder gelöscht wurden.

Das Programm ist für eine Auflösung von 1024x768 Pixel optimiert, 800x600 Pixel reichen aber aus. Bei den heutigen PCs wird die Auflösung meistens nicht durch die Grafikkarte, sondern durch den Monitor eingeschränkt.

Die serielle Schnittstelle (COM 1) ist unbedingt nötig, um die TANtec-Hardware anzuschliessen. Falls ein Touch-Screen verwendet werden soll, benötigt das System eine weitere serielle Schnittstelle (COM 2).

Es gibt PCs, bei denen diese Schnittstelle nicht korrekt ausgeführt ist, was bei der Thekensteuerung mit Kassenschublade zu folgenden Problemen führen kann:
Erstens kann es vorkommen, dass der Schalter der Kassenschublade nicht angeschlossen ist, so dass sich der Verkaufsdialog nicht mit der Kassenschublade schliessen lässt.
Zweitens gibt es den Fehler, dass der Schalter der Kassenschublade das komplette System anhält, bis die Kassenschublade wieder geschlossen ist.

Diese Probleme hängen in keiner Weise mit der TANtec-Software zusammen, sondern derartige PCs sind ganz einfach fehlerhaft und unbrauchbar, bzw. nur für die Automaten einsetzbar.

BIOS einrichten

Im BIOS müssen mehrere Einstellungen verändert, bzw. kontrolliert werden, um einen störungsfreien Betrieb des TANtec-Systems zu gewährleisten:

Da das TANtec-System mit Sicherungsdisketten arbeitet, sollte auf jeden Fall die Boot-Reihenfolge geändert werden, so dass direkt von der Festplatte gebootet wird, ohne vorhergehenden Zugriff auf Diskette und CD-ROM.

Sehr wichtig ist es, das Power-Management auszuschalten! Ansonsten kann es passieren, dass sich der PC alle 15 Minuten abschaltet, oder nach längeren Ruhepausen "hängenbleibt", weil die Festplatte neu gestartet werden muss. So etwas wird vom Kunden für einen Defekt gehalten und führt zu unnötigen Service-Einsätzen.

Beim Automaten muss man das oben erwähnte "Power-Failure-Recovery" einstellen:

Der PC wird über die Kassenelektronik des Automaten durch Anlegen der 230 V eingeschaltet und nicht über den Ein-Schalter. Daher muss das BIOS so konfiguriert werden, dass das ATX-Netzteil dann einschaltet und das Betriebssytem von selber startet. Ein älteres Netzteil ohne Standby-Funktion könnte einfach eingeschaltet bleiben. Es gibt PCs, die die Funktion "Automatisches Starten bei Spannung anlegen" nicht bieten und die daher für den Automaten unbrauchbar sind.

Windows einrichten

In der Windows-Systemsteuerung sollten mehrere Einstellungen verändert werden.

Bei der Anzeige empfehlen wir, als Farbtiefe nur 16-bit-Farben einzustellen (65535 Farben), da unserer Erfahrung nach Farbtiefen von 24 oder 32 Bit oft zu unstabilen und langsamen Systemen führen.
In unserer Standardeinstellung verwenden wir die grossen Schriftarten, da die Kombination von hoher Auflösung und grosser Schrift zu einer guten Lesbarkeit führt.
"Effekte" und "Active Desktop" sollte man komplett deaktivieren, da auch diese Spielereien zu unstabilen und langsamen Systemen führen.
Ein Desktop-Hintergrundbild ist zwar reichlich überflüssig und kostet Arbeitsspeicher, hat ansonsten aber keine negativen Einflüsse.

Für die Energieoptionen gilt das gleiche wie für das Power-Management des BIOS:

Der PC sollte "Immer An" sein, also Festplatte und Monitor nie ausschalten.
Die Unterstützung für den Ruhezustand sollte unbedingt entfernt werden und der PC bei Betätigung des Netzschalters herunterfahren. Der Ruhezustand führt unserer Erfahrung nach zu Systemabstürzen, bzw. PCs, die sich völlig tot stellen.

Im Windows-Setup der Software sollten unter allen Umständen die Desktop-Motive komplett deinstalliert werden, da sie ebenfalls zu total unstabilen Systemen führen.
Bei der Einstellung der Taskleiste sollten die "Angepassten Menüs" deaktiviert werden, da die Kunden schon mit Menüs, die sich nicht von selber verändern, nicht klar kommen.

In der Datei "c:\msdos.sys" ist es empfehlenswert, den Wert "Autoscan= 1" auf "Autoscan= 2" zu ändern. Auf diese Art wird erreicht, dass die Festplatte nach Systemabstürzen oder "Power off" automatisch gescannt wird und das System ohne störende Abfragen wieder hochläuft. Zur Änderung dieses Wertes muss vorher der Schreibschutz dieser Datei deaktiviert und nachher wieder aktiviert werden.

Bei vorinstallierter Software sollte unbedingt der Autostart-Ordner freigeräumt werden. Dort finden sich Sachen, wie die Office-Indexerstellung, die zwar niemand wirklich braucht, die aber trotzdem auf der Festplatte herumrappeln und zu gelegentlichem Einfrieren des Systems führen können.

Verbleibende Änderungen der TANtec-Standardeinrichtung, wie das Entfernen nicht benötigter Icons von der Oberfläche und aus der Taskleiste, sind eher kosmetischer Natur und werden hier nicht weiter ausgeführt.

Die Windows-Einrichtung sollte mit einer Defragmentierung der Festplatte abgeschlossen werden, da die vorinstallierten Systeme im Allgemeinen völlig fragmentiert sind.

TANtec-Software installieren und einrichten

Zur Installation der TANtec-Software wird die Installations-CD und das aktuelle Update benötigt.

Nach Einlegen der CD sollte das Setup-Programm automatisch starten, ansonsten muss das Programm "Setup.exe" von der CD aufgerufen werden. Das menügeführte Setup ist selbsterklärend und es müssen keine Einstellungen ausgeführt werden.

Wenn vorhanden müssen nach Ende des Setups im Verzeichnis "c:\Tantec\System" die Dateien "Stud_Sys.sys" und "Stud_Prs.sys" gelöscht werden (die neue Installations-CD 2.95 kopiert diese Dateien gar nicht erst auf die Festplatte). Wenn überhaupt keine Dateien mit der Endung ".sys" angezeigt werden, muss die Anzeige der Systemdateien zusammen mit der Anzeige der Dateiendungen über die Ansicht-Optionen des Windows-Explorers aktiviert werden.

In diesem Verzeichnis befindet sich auch das Programm "Update.exe" und sollte jetzt aufgerufen werden, um das Update vor Einrichtung der Systemdateien durchzuführen. Das ist sehr wichtig, da die Systemdateien sonst mit falschen Vorgabewerten (z.B. ohne Euro-Währung) erzeugt werden.

Nach Ausführung des Updates kann die Studio-Software gestartet werden und meldet sofort einen Fehler, da Systemdateien fehlen.

Wenn die Fehlermeldungen der Systemdatei "Stud_Sys.sys" mit [Nein], [Abbrechen] und [Ok] beantwortet werden, erscheint die Abfrage der 4-stelligen Studionummer. Diese Studionummer und die nachfolgende 6-stellige Studiopin werden von TANtec vergeben und liegen dem System bei. Die Eingabe der Nummern sollte mit grösster Sorgfalt geschehen, da sie unter anderem für die korrekte Kodierung der Magnetkarten benötigt werden. Eine Kontrolle dieser Nummern ist bei Programmstart möglich, indem man sich mit der Studiopin anmeldet und die angezeigte Studionummer überprüft. Wenn die Anmeldung mit der Studiopin scheitert, oder die Studionummer nicht stimmt, müssen unbedingt sowohl "Stud_Sys.sys", als auch "Stud_Prs.sys" neu angelegt werden. Diese beiden Dateien sind eng mit diesen Nummern verknüpft und bei falschen Nummern können verschiedene Fehler auftreten.

Das Vorgabeverzeichnis "c:\Tantec" sollte übernommen werden.

Nun sollten die gleichen Fehlermeldungen für die Datei "Stud_Prs.sys" erscheinen. Diese Datei kann, wie auch alle anderen Systemdateien, durch Eingabe von [Nein], [Abbrechen] und [Ok] ohne weitere Eingaben neu angelegt werden.

Weitere Fehlermeldungen können sich auf eine fehlende Sicherungsdiskette und fehlende TANtec-Hardware am COM-Port beziehen.

Nach Anmeldung mit der Systempin ist es möglich, in [Einstellen] -> [System] den COM-Port auszuwählen, an dem die Hardware angeschlossen ist.

Als einzige PC-abhängige Einstellung verbleibt bei einer Thekensteuerung jetzt noch die Einstellung der Impulslänge, bei der die Kassenschublade öffnet.

Die Grundkonfiguration des PCs ist damit abgeschlossen und es müssen nur noch die studiospezifischen Einstellungen der Software geändert werden.

Für die Einrichtung von Siemens-PCs benutzen wir die folgenden Checklisten:

Siemens-PC mit Windows 98 einrichten
Siemens-PC mit Windows ME einrichten