Allgemeine Einführung in die Komponenten des Tarifsystems
Da das TANtec-Tarifsystem sehr umfangreich ist und auf den ersten Blick
kompliziert erscheint, werden hier die zu Grunde liegenden Konzepte
erläutert. Tatsächlich ist das Tarifsystem durch die
Aufteilung in mehrere Komponenten einfach zu
verstehen und zu benutzen, sobald der Zusammenhang zwischen den
Komponenten verstanden wurde. Um diesen Zusammenhang herzustellen, wird
nachfolgend das Tarifsystem anhand der Anforderungen eines
Sonnenstudios schrittweise entwickelt.
Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass das Tarifsystem
grundsätzlich dafür da ist, für die Benutzung der
Sonnenbänke einen bestimmten Preis festzulegen. Um den Preis
für eine Besonnung festzulegen, wird eine Preisliste
benötigt, in der abgelesen werden kann, wie viel Geld für
eine bestimmte Anzahl von Besonnungsminuten verlangt werden muss.
Für die Festlegung von Preislisten
ist die Komponente Tarife gedacht, mit der
beliebig viele Preislisten erstellt werden können. Jede Preisliste
legt für das gesamte Sonnenstudio die Besonnungspreise fest, wobei
für jede Sonnenbank eine Tarifzeile definiert werden kann. Diese
Preislisten können sehr einfach sein und nur eine Zeile enthalten,
in der für alle Sonnenbänke ein Einheitspreis festgelegt
wird, aber auch sehr umfangreich, indem für jede Sonnenbank ein
anderer Preis festgelegt wird, der auch über Staffeln oder
verschiedene lineare Abschnitte berechnet werden kann. Hier lohnt sich
ein Blick auf die Tarifbeispiele.
Wenn nun ein paar "Tarife", also Preislisten für die
Sonnenbänke, angelegt sind, muss man wissen, dass damit noch
nichts funktioniert - man hat die Preislisten praktisch noch in der
Schublade liegen. Als nächstes muss man also festlegen, für
wen und vielleicht sogar wann eine bestimmte Preisliste benutzt werden
soll. Zu diesem Zweck muss man eine Studiokonfiguration
anlegen und hat da die Möglichkeit, für die Barkunden einen "Bartarif" zu setzen. Als einfachste
Möglichkeit, mit dem Tarifsystem ein Sonnenstudio zu benutzen,
braucht man also zwei Komponenten - eine Preisliste unter "Tarife" und
eine Studiokonfiguration, mit der diese Preisliste für die
Barkunden gesetzt wird.
Bei der Gelegenheit wird man feststellen, dass man unter "Bartarif"
nicht nur Tarife, sondern auch Tarifzeiten
auswählen kann. Das wird benötigt, wenn man nicht nur eine
Preisliste hat, sondern zeitabhängig mehrere Preislisten verwaltet
werden müssen, z.B. für "Normaltarif" und für "Happy
Hour". In dem Fall muss man festlegen, an welchem Tag und zu welcher
Uhrzeit eine bestimmte Preisliste benutzt werden soll und kann zu
diesem Zweck unter "Tarifzeiten" eine Zeittabelle
anlegen. Über diese Zeittabelle kann das Tarifsystem dann
ermitteln, welche Preisliste zu einem bestimmten Zeitpunkt gültig
ist. Das ganze noch einmal anschaulich als Grafik, in der diese
Komponenten des Tarifsystems zusammengestellt sind und die Verbindungen
als Pfeile angezeigt werden:
Beachten Sie bitte, dass im Feld "Bartarif" nur ein Eintrag
ausgewählt werden kann, also entweder eine Zeittabelle aus
Tarifzeiten, oder eine Preisliste aus Tarife. In der Grafik sieht man,
dass dieses Feld also entweder direkt auf eine Preisliste der Tarife
zeigen kann, oder dass man alternativ
eine Zeittabelle der Tarifzeiten setzen kann, über die dann
letztendlich zeitabhängig wieder eine Preisliste der Tarife
ermittelt wird.
Im Beispiel ist die Preisliste "Normaltarif" direkt gesetzt, wenn statt
dessen eine Zeittabelle gesetzt ist, wird das Auswahlkästchen an
der rechten Seite gelb eingefärbt, damit klar erkennbar ist, dass
z.B. die Zeittabelle "Happy Hour" und nicht der gleichnamige Tarife
"Happy Hour" gesetzt ist.
Auch für die Verwaltung von Kartenkunden
bietet das Tarifsystem umfangreiche Möglichkeiten. Der
Hauptunterschied zwischen Barkunden und Kartenkunden besteht darin,
dass bei den Kartenkunden die Bezahlung und die Besonnung zeitlich
getrennt sind, während der Barkunde direkt für die Besonnung
bezahlt. Für den Kartenkunden wird daher ein Kundenkonto benötigt, das zuerst
aufgewertet wird und nachfolgend für eine Besonnung benutzt werden
kann. Zu diesem Zweck ist es möglich, Aufwertungen
zu definieren, in denen angegeben wird, was für einen bestimmten
Preis auf das Konto des Kunden eingezahlt wird. Genau wie bei den
Tarifen können beliebig viele Aufwertungen definiert werden und
bleiben zuerst "in der Schublade liegen", bis sie einem Kartenkonto zugeordnet werden. Die
Komponente "Kartenkonto" wird benötigt, weil das Kundenkonto ja
nicht nur aufgewertet wird, sondern der aufgewertete Betrag wieder
über einen bestimmten Tarif, also in diesem Fall eine Preisliste
für den Kartenkunden, auf eine Besonnungszeit umgerechnet werden
muss.
Zur Veranschaulichung nachfolgend wieder eine Grafik, in der die
entsprechenden Komponenten zusammengestellt sind:
Hier sieht man, dass ein Kartenkonto
mit Namen "Bonuskarte" aus der Komponente Tarife den "Normaltarif" und aus
der Komponente Aufwertungen
die "Bonusaufwertung" benutzt. Genau wie beim Barkunden kann das
Tariffeld entweder einem Festtarif zugeordnet werden, oder einer
zeitabhängigen Tabelle aus Tarifzeiten,
wobei
aber
nur
jeweils
ein Eintrag möglich ist. Das ist sehr
wichtig, damit man spezielle Kartentarife wie z.B. "Happy Hour", "Good
Morning" oder "Wochenend" definieren kann. Wenn bei dem gezeigten
Kartenkonto nicht der Tarif "Normaltarif", sondern statt dessen die
Zeittabelle "Happy Hour" zugeordnet wäre, hätte man eine
"Happy-Hour-Bonuskarte" - durch eine unterschiedliche Zusammenstellung
der Komponenten lassen sich also ganz unterschiedliche Kartentypen
definieren.
Ein wichtiges Detail geht aus dieser Grafik nicht hervor, nämlich
dass das Kundenkonto die Einträge "Tarif" und "Aufwertung" nicht
direkt enthält, sondern diese Einträge über das
zugehörige Kartenkonto ermittelt werden. Wenn also im Tarifsystem
einem Kartenkonto eine andere Aufwertung oder ein anderer Tarif
zugewiesen wird, wirkt sich das auf alle Kundenkonten aus und die neuen
Einstellungen werden in den Kundenkonten angezeigt.
Wenn bei einer Aufwertung ein
Betrag auf das Kundenkonto eingezahlt werden soll, sucht sich das
Tarifsystem
anhand des Kartenkontos die Aufwertungstabelle heraus und rechnet den
Betrag entsprechend der Tabelle in eine Aufwertung des Kundenkontos um.
Im Beispiel bekommt der Kunde für einen Preis von 25 Euro ein
Haben von 25 Euro und einen zusätzlichen Bonus von 5 Euro
aufgewertet.
Bei einer Besonnung sucht sich
das Tarifsystem anhand des Kartenkontos die gerade gültige
Preisliste heraus, in diesem Fall wäre das der Normaltarif, und
rechnet die Besonnungszeit in einen Betrag um, der vom Kundenkonto
abgezogen werden muss.
An dieser Stelle stellt sich die Frage, was das Ganze denn mit den Magnetkarten zu tun hat.
Tatsächlich besteht nur noch eine indirekte Verbindung zwischen
Magnetkarten und den Kartenkonten, bzw. Kundenkonten. Sowohl die
Magnetkarte, als auch die Kundenkonten sind Bestandteile eines
Personendatensatzes und die Magnetkarte dient nur dem schnellen Zugriff
auf einen bestimmten Personendatensatz, der dann das Kundenkonto
enthält. Das Tarifsystem kann also völlig ohne Magnetkarten
genutzt werden, wenn die entsprechenden Kundenkonten über die Personenkartei herausgesucht werden.
Eine weitere Verbindung besteht darin, dass beim Verkauf einer Magnetkarte auch
direkt ein zugehöriges Kartenkonto angelegt werden kann. Dabei
kann aus mehreren vorhandenen Kartenkonten, von denen ebenfalls
beliebig viel angelegt werden können, ein bestimmtes
ausgewählt werden, so dass der Kunde z.B. eine Bonuskarte, aber
auch so etwas wie eine Abonnementkarte
oder eine Zehnerkarte auswählen kann. In der Folge erscheint diese
Auswahl als direkte Zuordnung zur Magnetkarte, da bei Eingabe der
Magnetkarte der Kundendatensatz mit dem entsprechenden Kartenkonto
angezeigt wird. Das hat den großen Vorteil, dass man keine
unterschiedlichen Magnetkarten braucht, sondern jeder Magnetkarte jeden
beliebigen Kartentyp zuordnen und sogar für eine Person, also
praktisch "auf einer Karte", mehrere unterschiedliche
Kartenkonten anlegen kann.
Ein Grund, unterschiedliche Preislisten "aus der Schublade zu holen"
wurde hier aber noch nicht erwähnt, nämlich Feiertage und
besondere Aktionen, z.B. zu
Weihnachten, Karneval oder anderen Gelegenheiten. Damit kommt man zum
eigentlichen Zweck der Studiokonfiguration, die oben im Zusammenhang
mit den Barkunden kurz erwähnt wurde. Einer Studiokonfiguration,
von der ebenfalls beliebig viele angelegt werden können, kann ein
bestimmter Gültigkeitszeitraum zugeordnet werden, indem das
entsprechende Datum in die Felder "Von" und "Bis" eingetragen wird. Auf
diese Art kann z.B. eine Studiokonfiguration vom 01.12.2010 bis zum
24.12.2010 gültig sein und so für eine "Weihnachtsaktion"
genutzt werden. Es ist dann möglich, für diesen Zeitraum
einen anderen Bartarif zu definieren und auch für die Kartenkonten
können andere Aufwertungen und Tarife gesetzt werden, indem man
eine Karte durch eine "Aktionskarte" ersetzt, weitere Details im
Artikel zur Studiokonfiguration.
Damit
ist
das
Tarifsystem
also auch in der Lage, automatische Aktionen
zu verwalten, so dass der Betreiber des Sonnenstudios nicht bei Beginn
der Aktion noch schnell die Tarife ändern muss.
Auf diese Art wäre zwar auch eine Feiertagsverwaltung
über die Studiokonfiguration möglich, indem für jeden
Feiertag eine Konfiguration erstellt wird, das wäre angesichts der
Vielzahl von Feiertagen aber eine recht aufwändige Sache. Um das
zu vereinfachen, bietet die Komponente Feiertage
die Möglichkeit, eine Liste von Feiertagen anzulegen und diesen
Feiertagen eine bestimmte Konfiguration zuzuweisen. Da die Feiertage
auch noch automatisch für ein bestimmtes Jahr eingetragen werden
können, stellt das eine erhebliche Vereinfachung dar.
Die letzte Komponente des Tarifsystems, die Öffnungszeiten, steht relativ
unabhängig neben den anderen Komponenten des Tarifsystems, die ja
alle aufeinander aufbauen. Wenn eine
Tabelle mit den
Öffnungszeiten des Studios in der Studiokonfiguration eingestellt
ist, beschränkt die Software
die Besonnungszeiten strikt auf die angegebenen Öffnungszeiten.
Außerhalb der Öffnungszeiten kann dann gar nicht
gesonnt werden und kurz vor Schluss nur noch für die Restzeit
bis zum Ende der Öffnungszeit.
Damit sind alle Komponenten des Tarifsystems kurz vorgestellt und die
Zusammenhänge dargelegt. Dieser modulare Aufbau in Verbindung mit
der Vielzahl an Möglichkeiten zur Konfiguration der einzelnen
Komponenten sollte keinen Wunsch offen lassen.
Diese Beispiele sind allerdings bewusst einfach gehalten und die
Vielfalt der Nutzungsmöglichkeiten erschließt sich erst
über die Dokumentation der Einzelkomponenten, wobei besonders ein
Blick auf die Beispiele der
Kartenkonfiguration empfehlenswert ist.
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